Die Geschichte des Nébout


Kleiner Abriss der Geschichte des Nébout

Der Kataster Napoleon III (aus dem Jahr 1826) zeigt das heute existierende Gebäude zur Gänze. Auf diesem Dokument ist aber noch ein weiteres Gebäude verzeichnet, das die beiden erhaltenen Trakte zu einem Vierkanthof ergänzte. Dieser Teil ist seit langem zerstört und es wird übermittelt, dass das Material zur Erbauung des benachbarten ‘kleinen Nébout’ verwendet wurde. Bei genauerer Analyse der vielen Erweiterungen des Hauses gewinnt man bald die Überzeugung, dass die Basis sehr viel älter sein muss.

Für die Entstehungszeit überrascht die Bauweise dieses ‘Herrenhauses’, mit vielen Merkmalen, die man in den Hotels der Großbürger im Zentrum von Toulouse findet: ein überdimensionaler offener Kamin im ersten Stock, tragende Deckenbalken und ihr Sockel mit Ausfräsungen, Pastellmalereien auf den Decken, Böden mit Terra Kotta Fliesen.  Noch erstaunlicher ist die Existenz eines ursprünglich nach Osten geöffneten Balkons mit einer inneren Mauer und einem vierteiligen Holzfenster… und die Fachwerkstreben in der inneren Hausmauer, die wir erst 1998 wieder entdeckt haben.

Wie eigenartig, denn zur Zeit seiner Entstehung bestand die Umgebung des Nébout aus Sümpfen und wenig einladendem Feuchtland, und 15 km bis Toulouse war doch recht weit…

Wer war wohl dieser Auftraggeber, der ein solches Gebäude an diesem Ort in Auftrag gab? Jemand, der es noch dazu in Nordost-Südwest Ausrichtung bauen ließ, entgegen aller bäuerlichen Gewohnheiten seiner Zeit (Ausrichtung der Höfe nach Süden und möglichst wenig Öffnungen gegen Nordwesten).

Um 1900 muss ein neuer Besitzer das Gebäude grundlegend verändert haben: der Balkon wurde verschlossen, ein neuer Treppenaufgang gebaut, der Eingang wanderte von der Westfassade auf die Ostseite, neue Zimmer entstanden durch Trennwände, der große Kamin wurde zugemauert, moderne kleinere Kamine mit Marmorfassade gebaut… und alles wurde mit Gips ausgekleidet, um die nun glatten Wände mit Teppichen schmücken zu können- und die Ziegelwände und ihren Staub zu vergessen. Die Wohnung wurde so gestaltet, dass Dienstpersonal mittels Glocken herbeigerufen werden konnte. Die dazugehörigen Eisendrähte waren bis vor Kurzem noch sichtbar.

Dieser Herr  des Nébout überlieferte die Geschichte eines Unternehmers, der im Eisengeschäft zu Reichtum gekommen war. Offensichtlich hatte dieser eine ganze Zahl an Eisenportalen geschaffen und also eine Vielzahl von Zugängen, von denen der Nébout und seine Bewohner heute noch profitieren.

Der  Nébout ging 1952 in den Besitz einer zwanzig Jahre zuvor eingewanderten nord-italienischen Bauernfamilie. Einer ihrer fünf Söhne bewirtschaftete den Hof bis in die 80iger Jahre.  Bernard Garros,  junger Landwirt des Ortes, erwarbt den Hof 1983. Die landwirtschaftliche Nutzung (Getreide) wird bis zum heutigen Tag auf 105 ha (Ländereien in Plaisance und zwei weiteren Gemeinden) weiter geführt.